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Open Innovation

Innovationen können maßgeblich zum beruflichen Erfolg eines Unternehmens beitragen. Abhängig von einem immer schnelleren Wandel, angetrieben durch neue Technologien, entstehen neue Bedürfnisse, während andere wegfallen. Innovationen sind wichtig, um auf diesen Bedürfniswandel schnell und adäquat reagieren zu können.

Um das gewünschte Wachstum und den angestrebten Unternehmenserfolg zu erreichen, ist Open Innovation ein Konzept, mit dem Unternehmen sich auseinandersetzen sollten. Das gilt insbesondere in der aktuellen Zeit, in der Digitaliserung Entwicklungen mit hohem Tempo vorantreibt.

Was versteht man nun unter Open Innovation? Open Innovation ermöglicht eine aktive und strategische Einbindung und Nutzung externen Wissens. Ein Unternehmen öffnet dafür den eigenen Innovationsprozess, um über den Tellerrand hinauszublicken [1]. Dabei können nicht nur Ideen von außen ins Unternehmen einfließen, auch Technologien oder Feedback sind mögliche Einflüsse. Man holt sich Unterstützung in Form von Partnern in Bereichen, die über den eigenen Wissenshorizont hinausgehen.
Solche externen Partner können beispielsweise Forschungseinrichtungen, Lieferanten, Kunden oder agile und innovative Unternehmen sein.

Bleibt der eigene Innovationsprozess geschlossen und werden nur interne Experten zurate gezogen, so greifen diese auf einen kleinen und begrenzten Lösungshorizont zu. Wird der Innovationsprozess hingegen geöffnet, so können Wissen, Ideen und neue Technologien von außen miteinbezogen werden. Das erweitert den Lösungshorizont beträchtlich und ermöglicht den Zugriff auf ein Ideenpotenzial, welches zuvor verschlossen war.

Aber nicht nur können Ideen an Bord geholt werden, auf die man sonst vielleicht gar keinen Zugriff gehabt hätte, Prozesse und Lösungen können auch schneller umgesetzt werden. Dafür müssen Innovationspartner natürlich geschickt ausgewählt werden. Ist die Expertise beim Innovationspartner schon vorhanden und muss nicht erst aufgebaut werden, dann kann das eigene Unternehmen davon profitieren. Durch den Einbezug externer Partner sinkt natürlich auch das eigene Innovations- und Entwicklungsrisiko, da diese Risiken zwischen den Partnern geteilt werden und der Partner im besten Falle bereits über die nötige Entwicklungsexpertise verfügt.

Die immer weiter voranschreitende Digitalisierung fordert beispielweise gerade in der Schule den Einsatz von Open Innovation. Deutlich wurde das zuletzt im Rahmen der aktuellen Lage um die Pandemie. Die Digitalisierung innerhalb der Schulen läuft trotz des hohen Bedarfs nur sehr langsam an und ist bedingt durch die nicht hinreichende Expertise im Bereich der Digitalisierung innerhalb des Schulwesens. Das Schulwesen könnte von einer Öffnung, also dem Dazuholen externer Experten, immens profitieren. Bereits erprobte Technologien könnten mit der richtigen Expertise schnell und zielgerecht implementiert werden.

Weg vom Schulkontext sind Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen verbunden mit datengetriebenen Geschäftsmodellen Keywords der heutigen digitalen Transformation. Doch oftmals hat das eigene Unternehmen nicht die Kapazitäten, sich in diesem Bereich zu spezialisieren. So ist es hilfreich, sich für den eigenen Innovationsprozess einen Partner zur Seite zu holen, der bereits viel Erfahrung im Umgang mit der Entwicklung von KI und Maschinellem Lernen hat [2].
Ein Beispiel aus der Praxis ist die vorausschauende Instandhaltung von Maschinen zur Minimierung von Maschinenausfallzeiten und zur Optimierung des Serviceplans. Gerade hier ist eine breite Expertise auf dem Markt und in der Forschung vorhanden, so dass man nicht bei Null anzufangen braucht und schnell technologischen Rat einholen kann.
So wie im Fall des KI-basierten Wartungssystems von Kugelgewindegetrieben des KITs [3], welches mit Hilfe von Bildaufnahmen und Methoden des Maschinellen Lernens im laufenden Betrieb den Zustand des Teils bewertet und dadurch den manuellen Aufwand und Stillstand der Maschine reduziert. Integriert man diese Technologie von extern und geht einen Schritt weiter, so dass man mit dem Partner an den Kunden herantritt, so entsteht neben dem Austausch auch ein neues Geschäftsmodell. Dann verkauft ein Maschinenhersteller nicht nur die Maschine selbst, sondern auch eine Dienstleistung für die vorausschauende Wartung.

Open Innovation ist aber keine Einbahnstraße. Man unterscheidet zwischen drei Kernprozessen von Open Innovation [4]. Es handel sich dabei um (1) Outside-In Open Innovation, (2) Inside-out Open Innovation und (3) Coupled Innovation. Man kann sich nicht nur Expertise von außen suchen und sie in das Unternehmen holen (1). Gleichermaßen kann man auch die eigene Expertise nach außen hin anbieten (2). Im Idealfall können Innovationspartner gegenseitig voneinander profitieren (3). Dies geschieht in so genannten Wertschöpfungsnetzwerken, welche aus einem Verbund interessierter Partner bestehen.

Open Innovation bietet Zugang zu mehr Ideen, zu unbekanntem Wissen, eröffnet neue Perspektiven, ermöglicht den Zugriff auf Expertise und senkt das eigene Entwicklungsrisiko. All das sind gute Gründe, um herauszufinden, in welcher Form man im eigenen Unternehmen davon profitieren kann.

Quellen
[1] Markgraf, Daniel (2018, Februar 16): Open Innovation. Abgerufen am 15. September 2020, von https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/open-innovation-51786/version-274937.
[2] Plattform Lernende Systeme (2020, Juli): Von Daten zu Wertschöpfung. Potenziale von daten- und KI-basierten Wertschöpfungsnetzwerken. Abgerufen am 18. September 2020, von https://www.plattform-lernende-systeme.de/files/Downloads/Publikationen/PLS_Booklet_Datenoekosysteme.pdf.
[3] Karlsruher Institut für Technologie (2020, Februar): Mit Künstlicher Intelligenz Werkzeugmaschinen warten. Abgerufen am 18. September 2020, von https://www.kit.edu/kit/pi_2020_009_mit-kunstlicher-intelligenz-werkzeugmaschinen-warten.php.
[4] Gassmann, Oliver; Enkel, Ellen: Open Innovation. Die Öffnung des Innovationsprozesses erhöht das Innovationspotenzial. In: Zeitschrift für Führung und Organisation, Nr. 3, 2006, S. 132-138.